Lady Bird - Saoirse Ronan,Laurie Metcalf,Tracy Letts
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Der Alltag von Christine "Lady Bird" McPherson (Saoirse Ronan) im kalifornischen Sacramento besteht aus High School-Routine, Familientrouble und ersten ernüchternden Erfahrungen mit Jungs. Kein Wunder also, dass die 17-Jährige davon träumt, flügge zu werden. Im echten Leben rebelliert sie mit Leidenschaft und Dickköpfigkeit gegen die Enge in ihrem Elternhaus. Doch allzu leicht macht ihre Mutter (Laurie Metcalf) dem eigenwillig-aufgeweckten Teenager die Abnabelung natürlich nicht, und so ziehen alle beide zwischen Trotz, Wut und Resignation immer wieder sämtliche Gefühlsregister.
Greta
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Produktbeschreibung
Der Alltag von Christine "Lady Bird" McPherson (Saoirse Ronan) im kalifornischen Sacramento besteht aus High School-Routine, Familientrouble und ersten ernüchternden Erfahrungen mit Jungs. Kein Wunder also, dass die 17-Jährige davon träumt, flügge zu werden. Im echten Leben rebelliert sie mit Leidenschaft und Dickköpfigkeit gegen die Enge in ihrem Elternhaus. Doch allzu leicht macht ihre Mutter (Laurie Metcalf) dem eigenwillig-aufgeweckten Teenager die Abnabelung natürlich nicht, und so ziehen alle beide zwischen Trotz, Wut und Resignation immer wieder sämtliche Gefühlsregister.

Greta Gerwigs gefeierte Coming-of-Age Komödie wurde u.a. mit zwei Golden Globes für Bester Film - Komödie/Musical sowie Beste Hauptdarstellerin - Komödie/Musical ausgezeichnet.
Hinreißend und klug erzählte, autobiografisch gefärbte Coming-of-Age-Geschichte von Greta Gerwig, die mehrfach Oscar-nominiert wurde.

Seit seiner Premiere in Telluride und Toronto wurde Greta Gerwigs Regiedebüt hoch gehandelt - und das völlig zu Recht, auch wenn es dann am Ende doch nicht für Oscars gereicht hat, die zumindest in der einen oder anderen Kategorie (Hauptdarstellerin, Nebendarstellerin, Drehbuch) nicht unverdient gewesen wären. "Lady Bird" ist eine mit hinreißendem und klugem Humor erzählte, offenkundig autobiographisch gefärbte Geschichte eines ungelenken, schüchternen Mädchens in Sacramento, das folgenschwere Entscheidungen für den künftigen Werdegang treffen muss, während die letzten Monate in ihrer konservativen katholischen Schule wie ein Traum (manchmal Alb-, manchmal Fieber-) an ihr vorüberziehen, sie erste Erfahrungen mit Jungs macht, ersten Sex hat und für sich herausfinden muss, wer sie verdammt noch einmal ist. Eine klassische Coming-of-Age-Story, die einerseits vertraut und konventionell wirkt, aber eben ungewöhnlich und unverkennbar persönlich gemacht durch Gerwigs unverkennbare Stimme. Toll ist neben der gewohnt wunderbaren Saoirse Ronan, die nicht nur aussieht wie Greta Gerwig in dem gar nicht mal so grundlegend anders erzählten "Jahrhundertfrauen", sondern auch deren Manierismen und Sprachmuster komplett verinnerlicht hat, die viel zu selten eingesetzte Laurie Metcalf als strenge Mutter in einem Haushalt "auf der anderen Seite der Schienen". Wenn der auf 16mm gedrehte Film etwas gewöhnlich und beliebig aussieht, dann mag auch das einer kreativen Entscheidung geschuldet sein, diese schöne Geschichte im Look and Feel des amerikanischen Independentkinos der Neunziger zu verankern: Um die Figuren geht es und um ihren Weg im Leben. Und an ihnen nimmt man Anteil, vor allem wenn es zwischen Mutter und Tochter ans Eingemachte geht, in Dialogen, die direkt aus dem wahren Leben zu kommen scheinen, aber doch so smart und geschliffen sind, dass man hinter dem wahren Leben immer die steuernde Hand von Greta Gerwig sieht, die das Versprechen, das sie als neue wichtige Stimme des US-Kinos mit dem Drehbuch zu "Frances Ha" gegeben hatte, mit "Lady Bird" ganz mühelos einlöst. ts.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag

Bonusmaterial

Audiokommentar, Making of
  • Produktdetails
  • Anzahl: 1 DVD
  • Hersteller: Universal Pictures Video
  • Gesamtlaufzeit: 91 Min.
  • Erscheinungstermin: 23. August 2018
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch
  • Untertitel: Deutsch, Hindi, Türkisch, Arabisch, Finnisch, Portugiesisch, Spanisch, Italienisch, Französisch, Isländisch, Schwedisch, Norwegisch, Dänisch, Niederländisch, Englisch
  • Regionalcode: 2
  • Bildformat: 1:1, 85/16:9
  • Tonformat: Dolby Digital 5.1
  • EAN: 5053083155032
  • Artikelnr.: 51998857
Rezensionen
Besprechung von 18.04.2018
Vom Mädchen zur Kunst
Greta Gerwigs Film "Lady Bird" zeigt, wie das geht

Möglicherweise ist Sacramento ein stinklangweiliger Ort. In Greta Gerwigs Film "Lady Bird" sieht er jedenfalls so aus. Mittelklassehäuser, mal höher (großer Vorgarten, mehrere Garagen), mal niedriger (kleiner Vorgarten, keine Garage) angesiedelt. Weite Parkplätze vor riesigen Supermärkten. Autos für alle. Pools für einige. Klassenneid. Dicke Kinder.

Es beginnt wie ein Roadmovie. Mutter und Tochter fahren Auto und weinen gemeinsam. Grund ist eine Radiolesung der "Früchte des Zorns". Mit der letzten Träne aber ist es auch mit der Gemeinsamkeit vorbei. Offenbar können sich die beiden außer auf John Steinbeck über nichts einigen. Was die Tochter dermaßen nervt, dass sie sich aus dem Auto fallen lässt.

Das ist der gewalttätigste Augenblick in diesem Film, und Greta Gerwig kommt nicht darauf zurück. Nur der eingegipste Arm von Christine, die sich selbst Lady Bird genannt hat, erinnert für eine gute Weile an den Zwischenfall. Sacramento, wo sie auf eine katholische Mädchenschule geht, ist wahrlich nicht ihre Traumheimat. Da das Ende der Schulzeit absehbar ist, macht sie Pläne. Der Osten des Landes wäre für die Collegezeit gut, New York, New Hampshire, Connecticut (also Columbia, Dartmouth, Yale), wo Schriftsteller im Wald wohnen und die Kultur zu Hause ist. Die Mutter ist entgeistert. Denn seit der Vater seine Arbeit verloren und der Bruder seine Freundin ins Haus geholt hat, ist das Geld knapp, obwohl die Mutter Doppelschichten im Krankenhaus schiebt. So ist die Lage, und sie wird im Verlauf des Films von Greta Gerwig auch nicht entscheidend besser.

"Lady Bird" gehört zur großen Gruppe der Coming-of-Age-Filme, von denen das amerikanische Kino und vor allem das, was einmal das Independent Cinema hieß, nicht genug bekommen kann. Das hat mit den Kosten zu tun, die im Vergleich zu, sagen wir, einem Superheldenfilm minimal sind (was auch an den jungen Darstellern liegt), damit, dass alles steht und fällt mit einem guten Drehbuch (das Regisseure in diesem Segment oft selbst schreiben, wie auch Greta Gerwig hier), und vor allem damit, dass Held und Heldin einer Geschichte vom Heranwachsen noch unfertig sind, dass es um Experimente, neue Wege, Sackgassen möglicherweise, auf jeden Fall aber um Veränderung geht. Um Dynamik also, die innerlich größer ist, als sie sich äußerlich darstellen mag, was wiederum kostensenkend wirkt.

Es ist ein Genre für Anfänger, könnte man auch sagen. Greta Gerwig hat längst als Schauspielerin einen Namen (den sie sich unter anderem in dem Coming-of-Age-Film "Frances Ha" gemacht hat), hat einmal vor vielen Jahren bereits Co-Regie geführt, so dass "Lady Bird" zwar ihr Solo-Regiedebüt ist, sie aber auf einige Erfahrung zurückgreifen kann. Ohne Angeberei, mit einem untrüglichen Sinn fürs Timing, die Musik und die Heftigkeit neuer Gefühle ebenso wie die Geschwindigkeit ihres Erkaltens, erzählt ihr Film vom Erwachsenwerden eines Provinzmädchens, das sich trotz fehlenden Wohlstands nicht ausreden lässt, dass die Welt groß ist und bereit für sie.

Erzählt wird das in einer schnellen Abfolge kurzer Szenen, in denen auch die Nebenfiguren große Auftritte haben, die Eltern (Laurie Metcalf und Tracy Letts), die Liebhaber (Lucas Hedges, Timothée Chalamet), die Freundin (Beanie Feldstein). Ein Jahr ist der Rahmen, das letzte Schuljahr: Handbuchartig fast greift hier eins in andere, und hätte Greta Gerwig, die mit diesem Film sehr viele Preise und eine Handvoll Oscar-Nominierungen gewonnen hat, nicht Saoirse Ronan in der Hauptrolle, der man alles glauben kann - die Wut, das Selbstbewusstsein, die Neugierde, die Liebe zur wie die Verzweiflung an der Mutter, das Unterkriechen beim Vater, den Sozialneid, den Künstlerstolz, das Kind wie die Frau -, hätte das alles ein wie am Schnürchen sich abspulendes Filmchen werden können. Saoirse Ronan aber spielt ihre Figur im Futur - als junge Frau, die noch nicht genau weiß, was sie will, der wir aber zutrauen, sie wird es herausfinden, auch wenn sie im Augenblick driftet und keine Ahnung hat, wohin sie sich eigentlich auf den Weg machen soll.

VERENA LUEKEN

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Gleich mit ihrem Regiedebüt ist der Schauspielerin Greta Gerwig ein großer Wurf gelungen, ein offenkundig autobiografisch gefärbter Coming-of-Age-Film, wie man ihn aus dem US-Kino in dieser Ehrlichkeit von den Indies der Neunziger kennt. Jeder Dialog sitzt, jedes Bild passt, wenn Saoirse Ronan in ihrer bislang besten Rolle als ungelenker Teenager durch das Minenfeld Leben navigieren muss. Den tollsten Auftritt hat indes Laurie Metcalf als Mama, die hinter ihrer Härte immer wieder eine große Liebe aufblitzen lässt.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
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